LEBENSFREUDE STEIGERN – 6 WEGE

Die NIEWINTER Community vereint eine neue Generation an Opinion Leaders, Experten und Influencern, die uns mit ihren Arbeiten aufgefallen sind, die uns inspirieren und mit denen wir ab sofort eng zusammen arbeiten werden. Deshalb gibt es an dieser Stelle in Zukunft einiges von unseren Community-Mitgliedern zu lesen.

In diesem Artikel von Tinypsychologist berichtet Amelie weshalb wir uns immer nur auf die negativen Dinge in unserem Leben zu konzentrieren, Strategien wie man die Negativ-Schleife durchbricht und mehr Lebensfreude entwickelt.

Vor ein paar Tagen wurde ich zum Thema „Winterblues“ interviewt und wie man etwas besser durch den dunklen und kalten Winter kommt. Hinterher habe ich über meine Antworten nachgedacht und (fast) alle Tipps, die ich gegeben habe, lassen sich natürlich auch im Sommer (oder Frühling oder Herbst) anwenden und führen generell dazu, dass wir unsere Lebensfreude steigern.  

Bist du so ein Mensch, der sich durch Kleinigkeiten den Tag versauen lässt? Wenn du am Ende des Tages über den Tag nachdenkst, fällt dir dann als erstes der leckere Cupcacke ein, den du von deiner Kollegin geschenkt bekommen hast oder eher die Tatsache, dass dein Chef seine schlechte Laune an dir ausgelassen hat?  

Es ist so leicht sich nur auf die negativen Dinge in unserem Leben zu konzentrieren. Unser Gehirn ist nämlich genau dafür gemacht. Es nimmt die negativen Dinge im Leben oft eher wahr als die positiven, der sogenannte Negativ-Effekt. Das passiert aus dem einfachen Grund, dass unser Gehirn uns versucht zu schützen. Warum löst es negative Emotionen bei uns aus, wenn unser Chef sauer auf uns ist? Weil wir ein Bedürfnis nach Akzeptanz und Zugehörigkeit haben. Die Zugehörigkeit zur Gruppe war mal überlebenswichtig für uns. Negative Erlebnisse oder Emotionen sind deshalb so präsent in unserem Leben, weil sie uns auf irgendeine Art und Weise mal vor irgendeiner Gefahr geschützt haben. Aber natürlich ist in unserer modernen Welt unser Überleben nicht mehr so extrem gefährdet wie noch zu Steinzeiten.  

Wenn wir uns also nun zu sehr auf die negativen Dinge in unserem Leben konzentrieren, dann klaut uns das Lebensfreude. Lebensfreude kann man aber auch bewusst steigern. Das geht nicht von heute auf Morgen, aber mit ein wenig Übung kann man es hinbekommen. 

Lebensfreude steigern:

1. Fokus 

Als ich Studentin war, hab ich mal beschlossen mir die Haare rot zu färben. Nachdem ich den Entschluss gefasst hatte, hatten auf einmal viel mehr Menschen in meiner Umgebung rote Haare. So fühlte es sich zumindest für mich an. Nun, die hatten natürlich nicht alle gleichzeitig die Idee sich die Haare rot zu färben, aber mein Fokus hatte sich verändert und die Menschen mit roten Haaren sind mir einfach mehr aufgefallen.  

Kennst du diese Menschen, die einfach immer nur meckern? Obwohl ich solche Menschen furchtbar anstrengend und nervig finde, tun sie mir auch etwas leid. Denn ihr Fokus liegt auf den negativen Dinge im Leben, was dazu führt, dass sie auch (fast) nur noch die negativen Dinge wahrnehmen. Kein Wunder also, dass sie nur meckern. Es fällt ihnen richtig schwer, die positiven Dinge in ihrem Leben zu sehen. 

Das heißt also, wenn wir unsere Lebensfreude steigern wollen, dann sollten wir unseren Fokus auf die positiven Dinge in unserem Leben setzen. Wenn wir ganz bewusst auf die positiven Dinge in unserem Leben achten, dann wird sich irgendwann automatisch unsere Fokus auch auf das positive legen und wir werden immer mehr positive Dinge wahrnehmen. Wie eine Aufwärtsspirale.  

Wie macht man das? Indem du beispielsweise ein Dankbarkeits-Tagebuch führst. Schreib dir jeden Abend drei Dinge auf, für die du dankbar bist. Du wirst sehen, nach ein paar Wochen wird sich dein Fokus ändern und es wird dir auch immer leichter fallen Dinge für deine Dankbarkeitsliste zu finden. 

2. Meckern

Gehörst du auch zu den Menschen, die ständig meckern? Ich hab es oben ja bereits angesprochen, aber nicht nur was wir denken, sondern auch, wie wir sprechen ist wichtig für unseren Fokus. Meckern und Lästern macht im ersten Moment vielleicht Spaß – keine Frage wenn man einen schwierigen und anstrengenden Kunden hat, kann es wirklich helfen mit der Kollegin über den Kunden zu lästern. Im ersten Moment fühlt sich das vielleicht wie eine Erleichterung an. Wenn die Kollegin die Ärgernisse nachvollziehen kann, fühlen wir uns verstanden. 

Was passiert aber auf lange Sicht? Es werden dir auch nur noch die negativen Seiten des Kunden auffallen. Wenn du ständig über deinen Job meckerst, werden dir auch nur noch die negativen Dinge in deinem Job auffallen. Die ganzen positiven Seiten, die dein Job vielleicht hat, ziehen sich in den Hintergrund zurück.  

Um unsere Lebensfreude zu steigern, sollten wir versuchen weniger zu meckern. Denn immer, wenn wir eine negativen Situation erzählen, die uns genervt hat, dann verfestigt sich diese Situation in deinem Kopf. Wenn du also allen deinen Freunden immer und immer wieder davon erzählst, wie gemein dein Chef zu dir war, dann wird sich alleine dadurch die Situation für dich viel schlimmer anfühlen als sie wahrscheinlich war. Das heißt natürlich nicht, dass du keinen Trost oder Rat bei deinen Freunden suchen solltest. Du darfst dich natürlich auch auskotzen. Aber irgendwann ist dann eben auch mal gut. Wenn du also deine Lebensfreude steigern möchtest, dann probiere doch mal darauf zu achten, wie oft du meckerst und lästerst. Nimm dir vielleicht ein Wochenlimit vor und sobald du dies erreicht hast, darfst du für den Rest der Woche nicht mehr meckern.  

3. Meditation

Entspannung und Meditation sind einfach die besten Mittel gegen Stress und negative Gedanken. Aber generell kann man sagen, dass Meditation unsere Geheimwaffe ist, wenn wir unsere Lebensfreude steigern wollen.  

Denn Mediation sorgt dafür, dass wir bessere emotionale Kontrolle haben, unsere Ängste und negativen Gedanken besser in den Griff bekommen. Wir kommen schneller runter, wenn wir gestresst sind und können uns schneller entspannen. Generell steigert Meditation unser Wohlbefinden und verstärkt das Auftauchen von positiven Emotionen. Und das übrigens schon nach ein paar Wochen Meditation von nur zehn Minuten am Tag.  

4. Erfolge

Feierst du eigentlich deine Erfolge? Nein? Solltest du unbedingt! Das muss nicht jedes Mal eine große Party sein, aber du solltest dir deine eigenen Erfolge zumindest mal anerkennen. Manchmal merken wir gar nicht, was wir über den Tag verteilt für Erfolge hatten. Klar, die ganz großen Erfolge, die feiern wie oft. Ein Universitätsabschluss, ein großen Auftrag von einem neuen Kunden…Aber die kleinen Dinge? Die gehen oft verloren.  

Um deine Lebensfreude zu steigern, könntest du beispielsweise anfangen ein Erfolgstagebuch zu schreiben. Jeden Abend schreibst du dir die Kleinigkeiten auf, die dich an diesem Tag stolz gemacht haben. Egal wie klein sie sind. Vielleicht ist es nur die Tatsache, dass du endlich mal wieder laufen warst. Oder es endlich geschafft hast, dir einen Zahnarzt-Termin zu machen.  

Wenn du anfängst auch deine kleinen Erfolge zu feiern, fördert das dein Selbstbewusstsein. Du konzentrierst dich auf deine Stärken. Und das führt wozu? Richtig, dass du dich besser fühlst! 

5. Flow

Kennst du das, wenn man total in einer Aufgaben aufgeht und die Zeit um sich herum vergisst? Wenn ja, dann hast du schon mal Flow erlebt. Den Zustand des Flows erreichen wir meist, wenn wir in Aufgaben vertieft sind, die uns Spaß machen, die uns interessieren und die uns genug fordern, sodass uns nicht langweilig ist, aber auch nicht zu stark fordern, sodass wir uns überfordert fühlen. Ich erreiche diesen Zustand zum Beispiel ganz oft beim Schreiben.  

Diese Flow Momente, die fühlen sich ganz wunderbar herrlich an. Eine gute Möglichkeit also um unsere Lebensfreude zu steigern. Wenn du diese Moment bereits kennst und weißt, welche Tätigkeiten diese bei dir auslösen, dann versuche diese doch noch mehr in deinem Leben zu integrieren. Wenn du so ein Flow-Gefühl noch nie hattest, dann los, mach dich auf die Suche und probiere Dinge aus! 

6. Körperhaltung

Wie du dich bewegst oder wie du deinen Körper hälst ist mit deinem Wohlbefinden und deiner Lebensfreude verbunden. Wenn es dir nicht gut geht, dann machst du dich wahrscheinlich klein. Eine völlig normale Reaktion. Aber du kannst deine Körperhaltung auch aktiv nutzen um dich besser zu fühlen. Stell dich aufrecht hin. Heb den Kopf und die Brust, lass deine Schultern locker hängen. Fühlt sich irgendwie sofort besser an, oder? 

Zusätzlich kannst du auch grinsen. Und zwar so richtig schön breit. Auch wenn dir nicht danach ist, probiere es mal eine Minute lang aus. Dein Gehirn glaubt irgendwann du lächelst wirklich und sendet die entsprechenden Glückshormone.  
Wenn du deine Lebensfreude steigern möchtest, dann achte im Alltag darauf, wie deine Körperhaltung ist. Aufrecht und grade? Oder eingefallen, so wie jemand der eher traurig ist? Während ich dies hier schreibe, habe ich automatische eine aufrechte Haltung eingenommen und fühle mich direkt ein bisschen besser (auch wenn es mir vorher nicht schlecht ging.)

Interessiert an Psychologie und Tipps zu Mind-Wellness? Mehr zu diesen Themen auf Tinypsychologist.

NIEWINTER Community

AMELIE SCHOMBURG

Amelie Schomburg ist Psychologin, Trainer und Coach und hilft Menschen dabei ihre Psychische Widerstandskraft und Stresskompetenz zu entwickeln und stärken. Ihre Mission ist es Menschen dabei zu helfen mit den Unsicherheiten und Gemeinheiten des Lebens besser umgehen zu können. Krisen als Chancen zu sehen, gestärkt und widerstandsfähiger daraus hervorzugehen. ​​Die gute Nachricht: psychische Stärke ist erlernbar. Sie bietet 1:1 Coaching, sowie regelmäßige Workshops an. Auf ihrem Blog tinypsychologist.de veröffentlicht sie regelmäßig neue psychologische Artikel.