Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung, die chronisch, das heißt auch in symptomfreien Zeiten, behandelt werden muss. Die Therapie hat verschiedene Säulen. Zum einen soll die Hautbarriere gestärkt werden, etwa durch Cremes und Salben. Zusätzlich können Wirkstoffe eingesetzt werden, die das Immunsystem beeinflussen und Entzündungsreaktionen lindern. Die Hauterkrankung lässt sich mit heutigen Mitteln zwar nicht heilen, aber gut in den Griff bekommen. Weshalb die Symptome bei den meisten Betroffenen mit zunehmendem Lebensalter von selbst verschwinden, ist wissenschaftlich nicht geklärt.

Die Säulen der Neurodermitis-Behandlung

Basistherapie, auch bei gutem Hautzustand:

• Kontinuierliche Hautpflege zur Verbesserung des Allgemeinzustands der Haut und zur Behandlung des Barrieredefektes. Hier gibt die aktuelle Europäische Leitlinie einen Anhaltspunkt: zirka ein Kilogramm feuchtigkeitsspendende Cremes und Lotionen braucht ein Erwachsener mit Neurodermitis pro Monat.
• Möglichst Vermeiden oder Reduzieren von Provokationsfaktoren, die akute Schübe auslösen oder verschlimmern können
• Verminderung von Hautkeimen wie Staphylococcus aureus
• Wenn der Neurodermitis eine Nahrungsmittelallergie zugrunde liegt, sollten Betroffene zudem versuchen, die auslösenden Nahrungsmittel zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Ein Provokationstest sollte das Vorliegen der Allergie bestätigen.
• Vermeidung von Kratzen trotz Juckreiz
• Verminderung von Hautkeimen wie Staphylococcus aureus
• Eine Neurodermitis-Schulung wird von Experten mittlerweile sowohl für Kinder als auch für Erwachsene empfohlen.

Auslassungsdiäten

„Die“ Neurodermitis-Diät gibt es nicht, egal wie überzeugend Werbetexte dafür klingen. Sinnvoll kann hingegen der Verzicht auf Lebensmittel sein, die in der Diagnosephase als individuelle Allergie-Auslöser identifiziert worden sind.

Viele Betroffene beginnen „auf gut Glück“ eine Auslassungsdiät ohne vorherige Diagnose einer Allergie gegen bestimmte Lebensmittel. In der Hoffnung, dass sich ihre Symptome dann bessern, verzichten sie zum Beispiel auf Eier, Kuhmilch oder andere Grundnahrungsmittel. Die Gefahr ist, dass bei einer solchen Diät der Tagesbedarf an Mineralien, Nährstoffen und Vitaminen nicht mehr gedeckt werden kann. Speziell Kindern und Jugendlichen fällt es zudem schwer, zusätzlich zu den Einschränkungen, die eine Neurodermitis ohnehin mit sich bringt, auf Leckereien zu verzichten, die andere Kinder essen dürfen.

Außerdem ist es schwierig, ein Lebensmittel eindeutig als Verursacher der Neurodermitis auszumachen, da die Stärke der Symptome unabhängig vom auslösenden Faktor von Tag zu Tag schwanken kann beziehungsweise noch von anderen Faktoren beeinflusst wird. Bei vielen Kindern verschwinden die Ekzeme eines Tages sogar völlig, ohne dass es dafür eine schlüssige Erklärung gibt.

Aufenthalte am Meer und in den Bergen

Eine bewährte Therapie gegen Neurodermitis sind Aufenthalte in hautfreundlichen Klimaregionen. Schon lange ist bekannt, dass bestimmte klimatische Bedingungen sich positiv auf den Hautzustand bei Neurodermitis-Betroffenen auswirken können. Die Frage, warum das so ist, lässt sich mit wissenschaftlicher Genauigkeit nicht beantworten. Möglicherweise liegt es auch an einer geringeren Belastung der Luft mit Pollen und Schadstoffen.

Phototherapie

Moderne Bestrahlungsverfahren setzen auf die entzündungshemmende Wirkung der UV-A-Strahlung. UV-A-Strahlung beeinflusst die Aktivität von Immunzellen (Lymphozyten) in der Haut und die Freisetzung von Zellprodukten und Überträgerstoffen, die am Entzündungsprozess beteiligt sind. 

Nachweisbare Erfolge bei mittleren bis schweren Verläufen der Neurodermitis haben folgende Verfahren, die für Kinder unter zwölf Jahren allerdings nicht geeignet sind:

UV-Phototherapie

Die UV-Phototherapie wird seit Anfang der 1990er Jahre angeboten. Die insgesamt 30 bis 50 Behandlungen werden drei- bis fünfmal pro Woche durchgeführt. Die schnelle und deutlich sichtbare Besserung der Symptome kann auch lange nach der Behandlung noch anhalten. Nebenwirkungen sind nicht häufig, müssen aber dennoch bedacht werden: Zu ihnen zählen eine sehr trockene und rote Haut sowie Bindehautentzündung durch die Strahlung. Die Haut kann fleckig werden, die Haarwurzeln können sich entzünden, und auch Sonnenbrand ist möglich.

Photopherese-Therapie

Dabei wird den Betroffenen Blut abgenommen und der Wirkstoff Psoralen hinzugesetzt. Das so vorbereitete Blut wird dann etwa drei bis vier Stunden lang mit UV-A-Licht bestrahlt und anschließend dem Körper wieder per Infusion zugeführt. Diese Therapie wird mehrmals in zweiwöchigem Abstand wiederholt. Sie hat schon in mehreren Hautkliniken bei sehr hartnäckigen Fällen zum Erfolg geführt.

Entspannungsverfahren und Schulungsprogramme

Seelische Prozesse haben einen großen Einfluss auf den Verlauf einer Neurodermitis. Als unterstützende Therapien haben sich daher Entspannungsverfahren bewährt.

In Frage kommen Atemübungen, Meditation, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Qi Gong oder Yoga.

Für dieses Symptom, Verfahren oder Methode empfehlen wir Dir einen Experten aus dem Bereich:
Experten finden
Das von NIEWINTER ausgewählte Berufsfeld ist ausschließlich als Empfehlung zu verstehen.