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Der Säuren-Basen-Haushalt – eine unterschätzte Größe

Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist eine wichtige Voraussetzung für unsere Gesundheit. Was für viele Menschen klar ist, ist anderen noch unbekannt oder wird teilweise umstritten diskutiert.

Menschen, die sich mit ganzheitlicher Medizin beschäftigen ist der Einfluss des Säure-Basen-Haushalts auf unseren gesamten Organismus bewusst. Langfristige Störungen des natürlichen Gleichgewichts finden zunehmend mehr Beachtung. Zurecht, aufgrund des naturheilkundlichen und gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes. Dies weicht deutlich ab von der Ansicht, die eine kontinuierliche pH-Wert-Regulation als völlig selbstverständlich ansieht. Hier wird davon ausgegangen, dass der Körper allen veränderten Bedingungen stets gewachsen ist und die Pufferkapazität des Organismus scheinbar unerschöpflich ist.

Unser Stoffwechsel

Alle unsere Stoffwechselvorgänge sind von verschiedenen Bedingungen abhängig. Ausreichende Nährstoff- und Sauerstoffzufuhr ist ebenso relevant wie der richtige pH-Wert. Der richtige pH-Wert – das ist das pH-Optimum, bei dem die unzähligen Enzyme in unserem Körper am besten arbeiten können, Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate zu Energie umgewandelt werden können, Zellen, Muskeln und Organe am besten funktionieren.

Das komplizierte daran ist, dass dieses Optimum überall anders ist. Der Magen ist, wie wir alle wissen, sehr sauer um z. B. unerwünschte Bakterien abzutöten, der Speichel ist jedoch eher basisch.
Das Erstaunliche daran ist, dass der Organismus dies tatsächlich von sich aus zuverlässig regelt.
Schwankungen können grundsätzlich abgefangen werden, langfristige Veränderungen können jedoch den Nährstofftransport, die Enzymtätigkeit, die Aktivität der Organe nachteilig beeinträchtigen.

Der Körper ist immer auf Ausgleich bedacht

Bekannt ist, dass die Magenschleimhaut Magensäure (Salzsäure) bildet um die Speisen, die wir zu uns nehmen, zu verdauen und Krankheitserreger abzutöten. Gleichzeitig wird die gleiche Menge an Basen (Bicarbonat) gebildet. Dieses Bicarbonat gelangt in den Blutkreislauf (Basenflut) und von dort aus z. B. zur Bauchspeicheldrüse und dann in den Dünndarm. Hier wird dann der saure Magenbrei neutralisiert. Mit der so entstehenden Basenflut werden aber nicht nur die Verdauungsorgane versorgt, sondern auch das Bindegewebe mit Bicarbonat versorgt. Säuren, die sich dort z. B. als Stoffwechselendprodukte befinden, können so abgepuffert und zur Niere transportiert werden, um dort ausgeschieden zu werden.

Es ist immer wieder beeindruckend, wie unser Körper kontinuierlich bemüht ist, einen Ausgleich zu schaffen.

Wichtige Regulationsmechanismen

Unser Stoffwechsel (Metabolismus) mit seinen vielen faszinierenden biochemischen Prozessen benötigt optimale regionale pH-Werte, also ein optimales Verhältnis zwischen Säuren und Basen. Um eine gesunde Balance aufrechtzuerhalten, verfügt unser Organismus über ausgeklügelte Regulationsmechanismen. An denen sind verschiedene Regulationsorgane und sog. „Puffersysteme“, die einem Ungleichgewicht entgegenwirken können, beteiligt.

Säuren-Basen-Haushalt

Dieses komplexe Regulationssystem wird auch als Säure-Basen-Haushalt bezeichnet. Eingebunden in dieses System sind verschiedene Organe, insbesondere Lunge, Niere, das Blut und unser Bindegewebe, die bei ihrer Zusammenarbeit unterschiedliche Funktionen übernehmen und sich dabei gegenseitig unterstützen bzw. entlasten.

Regulationsorgane des Säure-Basen-Haushaltes

Säuren werden in Form von Kohlendioxid abgeatmet (Lunge) u. a. in Form von Harnsäure mit dem Urin ausgeschieden (Niere) über den Stuhl abgeführt (Darm) über den Schweiß entsorgt  (Haut) zwischengespeichert (Bindegewebe und Muskulatur) ausgeglichen mit basischen Mineralstoffen des größtes Speichermedium (Knochen) abgepuffert (Leber).

Regulationssysteme des Säure-Basen-Haushaltes

Ganz wesentlich für die Aufrechterhaltung der Säure-Basen-Balance werden die körpereigenen „Puffersysteme“ benötigt. Ihr Name beschreibt Ihre Funktion sehr klar: sie puffern ab, sie gleichen aus. Puffersysteme bestehen aus schwachen Säuren und schwachen Basen.
Diese beiden befinden sich in einem chemischen Gleichgewicht. Wenn man zu solchen Puffersystemen Säuren oder Basen dazu gibt, ändert sich zwar das Konzentrationsverhältnis, aber der pH-Wert bleibt weitgehend konstant. Und das ist das Wichtige, denn somit können die Puffersysteme unseres Organismus Säuren, die z. B. im Metabolismus anfallen, ausgleichen bzw. abfangen.

Das Kohlensäure-Bicarbonat-Puffersystem

Es gibt verschiedene Puffersysteme, die zum Ausgleich des Säure-Basen-Haushaltes zur Verfügung stehen.
Das wichtigste Puffersystem unseres Körpers ist das Kohlensäure-Bicarbonat-Puffersystem im Blut.

Es ist aus zwei Gründen sehr bedeutend: zum einen stellt es den lebenswichtigen pH-Wert des Blutes, der nur wenig Toleranz erlaubt, sicher. Beim gesunden Menschen muss er im klar definierten Bereich von pH 7,37 – 7,43 konstant gehalten werden. Zum anderen ist es ein sog. offenes System, da es eine „flüchtige“ Komponente beinhaltet: die Kohlensäure. Sie kann nämlich bei Bedarf rasch über die Lunge abgeatmet werden. Das macht dieses System äußerst effektiv.

Alle anderen körpereigenen Puffersysteme sind an das Kohlensäure-Bicarbonat-Puffersystem gekoppelt und sie dienen dem Hauptpuffersystem als „backup“, also als Absicherung im Hintergrund. Weil die Konstanz des Säure-Basen-Gleichgewichts so wichtig ist für unseren Körper, ist er mit einem raffinierten und wirksamen System ausgestattet, damit die Funktionsfähigkeit unseres Organismus und Stoffwechsels sichergestellt ist.

Wo kommen die Säuren her?

Unsere Ernährung und die Erhaltung unserer Lebensfunktionen sind die wichtigsten Einflussfaktoren unseres Säure-Basen-Haushaltes.
Säuren entstehen vorwiegend beim Abbau von Aminosäuren, den Bausteinen der Proteine (Eiweiße). Nahrungsmittel tierischen Ursprungs wie Fleisch, Eier und Milch enthalten große Mengen an Proteinen.
Sie sind daher als überwiegend säurebildend einzustufen. Die meisten pflanzlichen Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse enthalten wenig Proteinen dafür aber viele basische Mineralien. Sie gelten daher als basenbildend und haben einen entsäuernden Effekt. Eine ausgeglichene, basische Ernährung sollte aus etwa einem Drittel säurebildenden und zwei Drittel basischen Lebensmitteln bestehen.

Welche Lebensmittel sind sauer – welche basisch

Der Geschmack sagt tatsächlich nichts darüber aus, ob ein Nahrungsmittel säurebildend oder basisch ist. So zählen
z. B. eine saure Zitrone oder Johannisbeeren zu den basischen Lebensmitteln. Eine verlässliche und wissenschaftlich erarbeitete Einschätzung der wahrscheinlichen Belastung, die durch die Verstoffwechselung unserer Lebensmittel entstehen kann, wurde von Remer und Manz entwickelt. Sie haben berechnet, wie viele Säuren beim Verzehr der Nahrung von den Nieren ausgeschieden werden müssen. Daraus ergibt sich der sog. PRAL-Wert (Potential Renal Acid Load = potentielle Säurelast für die Nieren). Welche Rolle spielt die Niere hierbei? Sie ist verantwortlich für die Ausscheidung der Säuren, die nicht einfach über die Lunge abgeatmet werden können. Diese entstehen v. a. beim Abbau von Proteinen. Basische Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Kräuter, enthalten vor allem basenbildende Mineralien wie Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen.

Latente Übersäuerung

Eine gesunde, ausgewogene, basische Ernährung wirkt sich positiv auf den Säure-Basen-Haushalt des Körpers aus. Der Konsum von überwiegend sauer verstoffwechselten Lebensmitteln kann es auf lange Sicht den Säure-Basen-Haushalt belasten. Der Körper kann die große Menge an Säuren nicht mehr abfangen und die eigentlich sehr effektiven Puffersysteme gelangen an die Grenzen ihrer Kapazität und sind erschöpft. Diesen Zustand nennt man latente oder chronische Übersäuerung (latente Azidose). Dabei bleibt der lebenswichtige pH-Wert des Blutes im Normbereich zulasten der Pufferkapazitäten im Bindegewebe. Plausibel erscheint an dieser Stelle die naturheilkundliche Erklärung, dass dies den pH-Wert im Bindegewebe verändern kann. Das Bindegewebe ist das größte „Organ“ in unserem Körper. Es ist in allen Bereichen und Organen zu finden. Veränderungen des pH-Wertes im Bindegewebe können somit einen Einfluss auf unseren gesamten Körper, die Enzymtätigkeit, die Aktivität der Organe haben, da die optimalen pH-Werte nicht aufrechterhalten werden können.

Faktoren einer chronischen Übersäuerung

• Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an tierischen Eiweißen
• Low-carb-Diäten
• exzessiver Sport
• chronischer Stress
• chronische Entzündungen

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