STOFFWECHSEL, KALORIEN, DIÄT UND CO.


Die NIEWINTER Community vereint eine neue Generation an Opinion Leaders, Kreativen und Influencern, die uns mit ihren Arbeiten aufgefallen sind, die uns inspirieren und mit denen wir ab sofort eng zusammen arbeiten werden. Deshalb gibt es an dieser Stelle in Zukunft einiges von unseren Community-Mitglieder zu lesen. In diesem Artikel von JulesVogel erzählt Julia über den Druck die Idealfigur zu erreichen und den Fehler seinen Stoffwechsel mit falschen Diäten zu manipulieren.

„Je weniger ich esse, desto schlanker werde ich“ – waren wir nicht alle schon an diesem Punkt? Es wäre ein logischer Schluss, eine Rechnung, die in unserem Kopf aufgeht. Und viel zu oft lassen wir uns dazu hinreißen, Diäten auszuprobieren, immer weniger zu Essen und einem Ideal nachzujagen. Ich könnt mir glauben: ich war viel zu oft an diesem Punkt.Und viel zu spät kam die Erkenntnis, dass ich langsam oder sicher meinen Stoffwechsel heruntergefahren hatte.

Natürlich habe ich aus meinen Fehlern gelernt, allerdings war es ein langer, mühsamer Prozess mit mehr Rückfällen als Fortschritten. Ich würde sogar behaupten, dass ich erst vor kurzem mit dem Gedanken abgeschlossen habe, „einfach mal weniger zu essen“, um abzunehmen. Und das alles, obwohl ich es seit Langem besser weiß.

Ein Gedanke, der für mich omnipräsent war, war „Naja, dein Stoffwechsel ist nicht der beste, du hast keine Veranlagung, dünn zu sein und wenig zu essen. Vielleicht muss es bei dir einfach so sein, dass du deine Kalorien einschränkst.“ Doch dann bin ich auf immer mehr Leute gestoßen, die auch nicht von Natur aus super schlank waren und trotzdem aus dem Teufelskreis der Kalorienrestriktion ausgebrochen waren. Es hat mich bestärkt, meine Zweifel nach und nach abzulegen und mein Ding durchzuziehen – egal, wie wenig die Lifestyle-Girls auf Instagram essen und obwohl es in der Vergangenheit immer ein Shortcut gewesen war, der funktioniert hat.
Nehmen wir als Beispiel letzten Sommer: ich habe ganz unbewusst durch das heiße Wetter begonnen, ein bisschen weniger zu essen. Aus der Lust auf Wassermelone als Mittagessen entwickelte sich viel zu schnell der Gedankenkreislauf „Hey, das funktioniert. Ich bin satt, nehme kaum Kalorien auf und nehme ab.“ Dass ich nicht mal 1500 Kalorien gegessen habe, habe ich als nicht weiter schlimm betrachtet. Und ja, auch hier hätte ich es eigentlich besser wissen können.

Das Problem mit Diäten

Das Problem bei Diäten und Kalorienrestriktion ist, dass sie nur für einen sehr kurzen Zeitraum funktionieren und die Rechnung „weniger essen, mehr abnehmen“ auf Dauer nicht aufgeht. Unser Körper ist nicht dumm, er passt sich an und weiß sich aus zu helfen. Zwar ruinieren wir den Stoffwechsel nicht für immer, aber er passt sich an die niedrige Zufuhr an. Essen wir dann nach einer bestimmten Zeit, sagen wir zum Beispiel nach dem Sommer, wieder mehr, ist auch eine Kalorienaufnahme von 1800 plötzlich ein Plus für unseren eingeschlafenen Stoffwechsel. Resultat: der berühmte Jojo Effekt. Wir haben es hundert Mal gehört und trotzdem sind Low-Calorie Diäten noch so verbreitet. Und genau durch solche Diäten kommt auch gerade, aber natürlich nicht ausschließlich, der Gedanke auf, dass wenig zu essen der Norm entspricht. Mädels, die viel Sport machen und adäquate Mengen an Essen zu sich nehmen, werden gefragt, wie sie bloß „so viel“ essen könnten. Die Aussage „Ich könnte niemals so viel essen. Da wäre ich sofort dick“ – ja, kein Wunder, dein Körper ist auch nicht mehr an den Normalzustand gewöhnt.

Die Ergebnisse meiner Körpermessung

Richtig bewusst geworden ist mir die Tatsache nochmal, als ich vor kurzem bei einer Pressereise eine Körperzusammensetzungsmessung machen durfte. Dabei kam raus, dass ich rund 20% Körperfett und über 30kg Muskelmasse habe. Mein Körperfett liegt somit im normalen, sehr gesunden Bereich und ich habe überdurchschnittlich viel Muskelmasse. Bei der Messung wird auch der Grundumsatz ermittelt – dieser liegt bei mir bei 1550 Kalorien. So, und jetzt lasst euch das mal auf der Zunge zergehen. Der Grundumsatz ist das, was der Körper in absoluter Ruhe benötigt – quasi, wenn wir einen Tag nur im Bett liegen, atmen, leben. Und jetzt überlegt euch, was eine 1300/1400 Kalorien Aufnahme für einen Körper bedeutet, der uns täglich tausende Schritte trägt, denkt, arbeitet und noch dazu Sport macht?
Laut der Messung liegt meine empfohlene Kalorienaufnahme bei 2340 Kalorien, allerdings kann ich diesen Wert noch mit 1,3 multiplizieren, wenn ich viel Sport mache.
Ich hatte zwar in den letzten Wochen realisiert, dass ich meinen Stoffwechsel antreiben und mehr essen muss, aber die Messung war nochmal wie ein Schlag ins Gesicht. Ich war wütend darüber, wie ich meinen Körper behandelt hatte, wütend darüber, wie sehr ich dem sozialen Druck standgegeben hatte und mich immer weiter runtergehungert hatte. Ich war traurig darüber, dass ich mir angeeignet hatte, nur dann zu essen, wenn ich wirklich hungrig war. Und es hat mich umso trauriger und wütender gemacht, wie weit verbreitet Diäten immer noch sind.

Stoffwechsel Master Plan

So, und nun bin ich an einem Punkt, an dem ich meinen Stoffwechsel und einen funktionierenden Körper an Platz 1 meiner Prioritätenliste gesetzt habe. Es ist mir egal, ob ich dadurch jetzt kurzfristig 1-2 kg zunehme, ob ich diesen Sommer in Bestform bin oder ob ich vielleicht noch Monate brauche, um an mein Ziel zu kommen. Zum ersten Mal zählt der langfristige Gedanke, der Gedanke an eine Zukunft, in der mein Körper funktioniert, wie er einst funktioniert hat und in der ich mir den Bauch mit (gesundem) Essen vollschlagen kann, weil mein Körper viel leistet.
In den letzten Monaten habe ich, auch bedingt durch mein langsames Umdenken, begonnen, mehr zu essen und wirklich drauf zu achten, nicht in eine Falle zu tappen. Gerade Crossfit verlangt meinem Körper sehr viel ab und ich habe begonnen, ihn adäquat dafür zu behandeln. Ich habe bestimmt 5 kg zugenommen im letzten Jahr, aber da mir immer noch sie selbe Kleidung passt, kann ich davon ausgehen, dass es hauptsächlich Muskeln sind. Auch, wenn meine Figur absolut nicht das interessanteste an meiner Person ist, kann ich sagen, dass ich auch mit meinem Erscheinungsbild zufriedener bin. Ich sehe fit und sportlich, statt einfach nur schlank aus. Diese Entwicklung beruhigt mich und bestärkt mich darin meine Mission durchzuziehen.
Was nun mein Master Plan ist? Ich werde nun tageweise, aber natürlich nicht jeden Tag, meine Kalorien und Macros tracken. Sobald ich merke, dass ich das Ganze gut im Gefühl habe, lass ich es natürlich auch wieder. Mein Leben soll nicht von Zahlen bestimmt sein, aber ich möchte sichergehen, dass ich genug esse. Nach und nach werde ich meine Kalorien steigern – langsam und stetig. Gleichzeitig werde ich meine Maße und mein Gewicht etwa im Auge behalten und schauen, wie mein Körper reagiert. Ziel wäre, dass ich es schaffe, über Monate bei den selben Maßen zu bleiben, aber meine Kalorien immer weiter zu steigern. In den letzten Wochen war ich bei 1800, nun bin ich bei 2000. Es kostet mich definitiv Überwindung, beziehungsweise wird mich zukünftig Überwindung kosten. Ich bin aber zuversichtlich und glaube daran, dass ich das hinkriege.

Diese intensive Beschäftigung mit meinem Essen ist nichts, was ich mein Leben lang beibehalten möchte – schließlich bin ich jemand, der sehr hinter dem Ansatz des intuitivem Essens steht. Die Tatsache ist aber nun mal: ich habe meinen Körper in der Vergangenheit nicht immer gut behandelt und damit es mit in Zukunft umso besser gehen kann, sind nun ein paar Schritte notwendig.

Den vollständigen Artikel findest Du auf JulesVogel

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Julia Vogel

Julia Vogel lebt in Wien und arbeitet dort als Bloggerin, Content Creator und Social Media Managerin. Seit über 5 Jahren veröffentlicht sie auf ihrem Blog julesvogel.com und auf Instagram Beiträge zu Selbstliebe, Sport, Ernährung, Sexualität, Reisen und vielem mehr.