WENN DER KÖRPER SCHREIT, WEIL DIE SEELE LEIDET

Psychosomatik: Wenn der Körper schreit, weil die Seele leidet.
Eine Betroffene erzählt. Autorin und Mentaltrainerin Melanie Pignitter weiß wie kaum jemand sonst, wie sehr uns die Liebe zu uns selbst positiv verändert und unser Leben erleichtert. Nach über 365 Tagen chronischer Schmerzkrankheit gewinnt sie durch mentales Training ihre Lebensfreude zurück.

Was mich zur Spezialistin auf diesem Gebiet macht? Ich bin selbst betroffen. Ja, ich bin eine begnadete Psychosomatikerin. Und es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass ich mir nicht schon häufig gewünscht habe, dass dem nicht so wäre. Vor allem im ersten Jahr meiner chronischen Krankheit verfluchte ich die Verbindung zwischen Körper und Seele, die wir Psychosomatik nennen.

Ein Blick zurück. Wie alles begann: Es war eine stressige Zeit. Die negativen Themen in meinem Leben überwogen die positiven. Ich spürte wie mein Körper sich immer mehr anspannte und mein Kopf kam nicht mehr zur Ruhe. Dennoch hätte ich niemals damit gerechnet, was dann geschah. Ich bekam einen Migräneanfall. Und dieser Anfall ging nicht mehr. Nicht nach drei, nicht nach zehn und auch nicht nach 300 Tagen. Tobende, unbarmherzige Kopfschmerzen fesselten mich ans Bett. Mein Leben wurde im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf gestellt. Ich konnte die normalsten Dinge, wie Freunde treffen, Sport betreiben oder arbeiten einfach nicht mehr tun. Mehr als 112 Ärzte und Alternativheiler konnten mir nicht helfen. Ich wurde zu einem körperlichen und psychischen Wrack. Bis dann ein kleines Wunder geschah und ich erkannte, dass nur ich selbst mir helfen konnte.

Mein Umgang mit Psychosomatik: Annehmen und dankbar sein!

Ich hörte auf meinen Körper für das, was er mir antat zu hassen und erkannte den Zusammenhang zwischen Körper und seelischem Schmerz. Heute bin ich dankbar für die Fähigkeit meines Körpers,  der mich gelehrt hat meine innersten Bedürfnisse nicht mehr zu ignorieren. Dass Worte wie Dankbarkeit in Verbindung mit einer psychosomatischen Krankheit bei vielen gemischte Gefühle oder gar Wut auslösen, kann ich verstehen. Schließlich erging es auch mir selbst lange Zeit so. Im Laufe der Zeit aber begann ich die Vorteile darin zu sehen, dass meine Seele eine gute Verbindung zu meinem Körper hat. Sie zeigt mir auf diese Weise deutlich, wenn etwas in meinem Leben nicht optimal läuft. So bin ich quasi dazu gezwungen, genau diese Dinge zu entdecken und zu ändern.

Ich lernte dadurch, mich selbst bedingungslos zu lieben, dem Leben gelassener und mit einer großen Portion Vertrauen gegenüber zu treten.

Heute kann ich das Schöne in den kleinen alltägliche Dingen erkennen und meine kostbare Lebenszeit für die wirklich wichtige Dinge nutzen. Trotz meines chronischen Schmerzes, den ich zu großen Teilen durch mentale Interventionen lindern konnte, bin ich heute glücklicher denn je.

Nicht zuletzt deshalb weil sich meine Krankheit in ein Geschenk entwickelt hat. Sie führt mich zurück zu meiner größten Leidenschaft dem Schreiben.

Auf Melanies Blog honigperlen.at finden viele Menschen monatlich Inspiration zu unterschiedlichen Lebensthemen. Aktuell ist ihr Buch – Honigperlen: warum dein Leben süßer ist als du denkst erschienen, dass wir ausdrücklich ans Herz legen möchten. (Zum Buch hier entlang.)

Tipps im Umgang mit Psychosomatik
Hier findest du einige der wichtigsten Punkte, die mir im Umgang mit Psychosomatik halfen als Hilfestellung für deine eigene Entdeckungsreise:Die Wut auf die Krankheit ablegen und das Gute darin sehen! Sieh die Fähigkeit deines Körpers, die Wünsche deiner Seele nach außen zu tragen nicht als Strafe, sondern als Geschenk. Schließlich ist es eine Art Frühwarnsystem, das dir dabei hilft, wenn du vom Weg der Freude abgekommen bist.

Niemand hat das Recht dich zu verurteilen! Mach dir Folgendes bewusst: Nur weil ein Mensch nicht (psychosomatisch) krank ist, bedeutet das nicht, dass er mit sich im Reinen ist, alles richtig macht oder grundsätzlich besser dran ist als du. Bei vielen Menschen ist die Verbindungen zwischen Körper und Seele nicht so stark ausgeprägt. Leidet die Seele solcher Menschen, so treten andere Symptome, wie beispielsweise Selbsthass oder Depression auf.

Sei dir darüber bewusst, dass, wenn deine Seele deinen Körper negativ beeinflussen kann, dasselbe auch umgekehrt funktioniert. Deine Gedanken gestalten deine Gefühle und deine Gefühle beeinflussen deine Körperzellen. Unternimm Dinge, die dir Freude bereiten, lies positive Texte, schau dir fröhliche Filme an, erlerne Entspannungstechniken, behandle dich liebevoll, sag dir selbst im Gedanken immer wieder wie sehr du dich liebst und entfache neue Lebensfreude, indem du auch einmal etwas Verrücktes tust. Tanze mit Gummistiefel im Regen, geh zum Lachyoga oder Karaoke-Singen, kauf dir fünfzig bunte Luftballons und befüll deine Wohnung damit…

Verstehe, was dein Körper dir sagen möchte und handle danach! Frage dich, was dir dein Symptom aufzeigen möchte. Meist gibt es darauf eine intuitive Antwort, die in vielen Fällen richtig ist.Eine weitere Möglichkeit den Bedürfnissen der Seele, die sich durch den Körper ausdrückt auf die Schliche zu kommen, stammt aus dem Mentaltraining. Die folgende Frage kann helfen der Ursache der Symptome auf den Grund zu kommen: Was erlauben sich deine Symptome, was du dir selbst nicht erlaubst?

Meine Schmerzen sind beispielsweise lähmend und unkontrollierbar. Eine der Schlussfolgerungen für mich daraus war, dass auch ich mir öfter erlauben sollte unkontrollierbar im Sinne von spontan oder weniger diszipliniert zu sein. Und dass ich mir auch ohne einen akuten Schmerzanfall, der mich in der Regel ins Bett zwingt, häufiger eine Pause gönnen oder einfach mal nichts tun sollte. Kurzum: Was sich deine Symptome erlauben, ist oftmals genau das, was du dir selbst im Leben nicht erlaubst. Sie fordern dich also quasi dazu auf eine bestimmte Eigenschaft zu leben.

Finde Unterstützer! Suche dir Experten, denen du vertraust. Externe Hilfe außerhalb deines gewohnten Umfeldes ist enorm wichtig. Ob es sich dabei um einen Therapeuten, einen Mediziner, einen Energetiker oder Coach handelt, solltest du deinem eigenen Glauben überlassen. Denn eines ist sicher, das, woran du glaubst, hilft dir am besten.

Lerne, dich selbst bedingungslos zu lieben!

Melanie Pignitter

Melanie Pignitter ist diplomierte Mentaltrainerin, systemischer Coach und Kommuni-kationstrainerin. Sie gehört zu Österreichs erfolgreichsten Bloggern (ihr Blog www.honigperlen.at rangiert in Österreich unter den ersten 20 ) und erreicht mit ihren Lebensfreude – Posts monatlich derzeit 190.000 Menschen, Tendenz: steigend. 2015 erfasste sie eine chronische Schmerz-krankheit , die sich in chronischen Kopfschmerzen und ein- hergehenden Depressionen äußerte. Mit Methoden aus dem Mentaltraining schafft sie aus eigener Kraft, sich wieder ihre Lebensqualität zurückzuerobern. Ihre Erfahrungen, Techniken und gewinnbringenden Perspektiv-wechsel gibt sie auf ihrem Blog, ihren Seminaren und in ihren Büchern weiter.